Himmelschwarz

What is it…

What is it …
This laying someone to rest?
This handling emotions?

Is that to forget?
Is that to repress?
No?
What else?

People go.
People come.
People go temporarily.
People go. For good and all.

Forever.
Whither?
Why?

How should you understand it?
How should you perorate with it?
How?

Should you try to forget?
Could you try to forget?
You want to bear in remembrance.
Painful remembrance.

Der Patient weiß schon, was zu tun ist…

Mit Blaulicht rast die Rettung auf das Gelände des Landesklinikums zu und hält bei der Chirurgie. Der Patient wird hinaus gehievt. Er zittert. Wegen dem hohen Blutverlust und weil er nur mit einer dünnen Hose und einem T-Shirt bekleidet ist. In der Aufnahme scherzt man, wenn nichts gebrochen wäre, könnte man nichts mit ihm anfangen. Also wird er wieder eingepackt, bis man doch einen Ort findet, an dem man ihn abgeben kann.
Die Frau des Patienten, die gebeten hat, sie zu verständigen, weil man nicht wusste, wohin man ihn bringe, hat man längst vergessen und ruft sie nicht an.

Die nächsten Stunden wird der Patient durchgecheckt. Immer wieder verliert er Blut. Man findet nichts und verfrachtet ihn im Endeffekt auf die Nephrologie. Auf dieser Station landen anscheinend viele Patienten, bei denen man nicht weiß, was sie haben. Es scheint die Station der Ahnungslosigkeit zu sein. Niemand weiß hier was. Niemand ist hier freundlich. Niemand ist hier bemüht.
Weitere Untersuchungen gibt es nicht. Es ist die Nacht von Samstag auf Sonntag. Es ist also Wochenende. Das wird wohl auch der menschliche Körper einsehen, dass das Gesundheitssystem da kein Geld für entsprechende Maßnahmen und Belegschaft hat. Die Krankheit soll sich zusammenreißen und bis Montag ausharren, da will man dann die Untersuchungen fortsetzen.

Der Patient kann nicht schlafen. Viel zu laut ist es. Viel zu viel ist passiert. Aber das kümmert hier niemanden. Immerhin ist es ein Krankenhaus, keine Pension. Niemand hat je gesagt, dass man sich hier wohl fühlen soll.

In der Früh wird ihm ein köstliches Frühstück vorgesetzt. Doch er darf es nicht essen, wie er der Krankenschwester erklärt. Wegen der anstehenden Untersuchung am nächsten Tag. Sie grinst und meint, es wäre gut, dass er ihr das sage. Das “nüchtern”-Schildchen hängt sie ihm trotzdem nicht aufs Bett. Wozu denn auch? Er weiß ja, dass er nichts essen dürfe.

Auf der Toilette stellt der Patient fest, dass er wieder viel Blut verliert. Er holt eine Krankenschwester und macht sie darauf aufmerksam, dass es vielleicht an der Zeit wäre, ihm wieder Blut zuzuführen, nachdem er in den letzten Stunden so einiges davon verloren habe und nach einem Blutbild stellt man, Wunder lass nach, tatsächlich fest, dass er zwei Konserven Blut benötigt. Faszinierend, was dieser Patient alles weiß, dabei hat er nicht Medizin studiert!

Aufgrund des stetigen Blutverlusts weist ihn die eine Krankenschwester daraufhin, er dürfe nicht mehr alleine auf die Toilette gehen. Endlich mal eine, die mitdenkt, sagt er sich und als er das nächste Mal das Bedürfnis, das stille Örtchen aufzusuchen, verspürt, klingelt er nach ihr. Es taucht eine andere Krankenschwester auf und faucht ihn an, was er denn wolle. Er erklärt es ihr, doch sie meint nur, davon wisse sie nichts und entschwindet um die andere zu holen.
Diese Frau liebt ihren Beruf anscheinend sehr. Gut, dass von ihrer Motivation nur Menschenleben abhängen.

Mittags bringt ihm eine Schwester ein Tablett mit Suppe und einer Pille. Die Suppe müsse er essen, zur Tablette sagt sie kein Wort, also nimmt er sie, denn als Dekoration taugt sie auch nicht gerade viel. Später erfährt er, dass sie für den nächsten Morgen gewesen wäre. Wirklich auch, wie kann er nur annehmen, dass er sie nehmen soll, wenn sie da so rumliegt. Die Patienten von heute wissen auch gar nichts!

Tagsüber wird immer unsicherer, ob die Untersuchung wirklich am Montag durchgeführt wird. Viel zu viele Leute stünden auf der Warteliste. Ob die wohl auch alle so einen starken Blutverlust haben, dass sie Bluttransfusionen brauchen?

Nachdem die Verwandtschaft nervig genug war, wird die Untersuchung doch am Montag durchgeführt. Man findet nichts und meint, der Körper habe sich selber geheilt. Gratulation für diese großartige Behandlung! Man wartet so lange zu, bis der Körper tut, was nötig ist. Gut, dass der Körper so auf Zack war und nicht alternativ beschlossen hat, das Zeitliche zu segnen.

Vor der Untersuchung soll der Patient eine Narkose bekommen, also holt ihn ein fleißiges Bienchen der Krankenhausbelegschaft. Mit dem Rollstuhl. Und setzt ihn unten in den Warteraum. Ist schon eine tolle Sache, wenn der Körper dann langsam einschläft und man in einem Sessel hängt, statt in einem Bett zu liegen. Aber woher sollte der gute Mann schon wissen, dass eine Narkose betäubt?

Nachmittags scheitert eine Krankenschwester daran, die Bluttransfusion anzuhängen. Das Blut rinnt. Der Verband wird nass. Es tropft auf die weiße Bettwäsche. Auf den Boden. Der Patient ist sehr aufmerksam und weist sie darauf hin. Die Gute hat es ja nicht gesehen. Ein Arzt wird geholt, der es dann tatsächlich schafft, einen Zugang zu legen ohne dabei die Vampire im Umkreis von 100 Kilometer anzulocken. Nachdem das Bett mit seinen roten Punkten nun viel freundlicher aussieht, lässt man es so. Erst die Nachtschwester erbarm sich Stunden später die Bettlaken zu wechseln.

Am nächsten Tag teilt man dem Patienten mit, man wisse nicht, woher die Blutungen kamen, aber man wolle ihn weiter untersuchen. Wie schön! Es werden hier also doch nicht nur Symptome behandelt, man sucht doch nach der Ursache und das, obwohl “nur” drei Leute Druck gemacht haben, dass endlich was unternommen wird.

Zwei Tage später weiß man doch glatt, was es war und der Patient darf nach Hause. Wo er sicher besser aufgehoben ist, denn wie die letzten Tage bewiesen haben, sind er und sein Körper die besseren Mediziner.

Dieser Text mag von tiefschwarzem Humor strotzen, doch im Grunde ist es einfach nur traurig und erschreckend. Das Leben eines Menschen hängt am seidenen Faden und es wird nichts getan und als Angehöriger kannst Du nur hoffen, dass es nicht lebensbedrohlich ist, denn Du hast nicht das Gefühl, dass man schnell genug reagieren würde. Es wird abgewartet und die Krankenschwestern müssen sich von den Patienten darauf hinweisen lassen, dass was nicht passt.

Dunkelheit

In der Dunkelheit ist mehr Platz.
Mehr Platz für Gedanken.
Mehr Platz für Ängste.
Mehr Platz für Träume.
Mehr Platz für alles.

Dunkelheit kommt.
Dunkelheit geht.
Immer. Immer wieder.
Sie umhüllt.
Sie verhüllt.
Sie enthüllt.

Die Seele sucht die Dunkelheit.
Die Seele fürchtet die Dunkelheit.
Die Seele liebt die Dunkelheit.
Die Seele hasst die Dunkelheit.

Dunkelheit gibt Kraft.
Bedingt.
Dunkelheit nimmt Kraft.
Bedingt.
Dunkelheit gibt und nimmt.

Du kannst sie nicht umgehen.
Du kannst sie nicht bekämpfen.
Du musst mit ihr leben.
Leben. Bestmöglich.

Momente

Minuten waren weg.
Stunden waren weg.
Tage waren weg.
Mit ihnen Wochen, Monate, Jahre.
Einfach weg.
Weg aus der Erinnerung.
Gänzlich weg.
Als wären sie nie gewesen.
Als hätte es sie nie gegeben.
Alles nur, weil sie Momente enthielten.
Momente, die weg mussten.
Weg.
Einfach weg.
Doch nun sind sie wieder da.
Überall.
Nur noch.
Diese Momente.
Schwer.
Schwarz.
Unerträglich.
Sie sind neu.
Nur wie die Alten.
Und mit ihnen die Alten.
Die Neuen und die Alten.
Zusammen schwerer.
Zusammen schwärzer.
Zusammen unerträglicher.

Akzeptiere, dass ich akzeptiere…
Genieße, dass ich genieße…
Fühle, dass ich fühle…

Der Mond

Manchmal sitze ich auf der Terrasse und starre den Mond an. Und wie mein Blick so an ihm haftet, frage ich mich, wieviele Leute es mir gleich tun. Wer nun auch aller zum Mond hoch sieht und dabei seine Gedanken schweifen lässt. Ich frage mich dann, was das für Menschen sind. Wo sie wohnen. Wie es ihnen geht. Ob sie einsam sind. Ob sie ähnliche Dinge wie mich beschäftigen. Es fasziniert mich auf etwas zu blicken und zu wissen, dass es mir andere im selben Augenblick gleich tun und ich nicht weiß, wer diese Menschen sind.

Mit Pyjama am hohen Ross

Ich werde dieses Shirt tragen. Es betont meine Jugendlichkeit. Und dazu am besten diese Turnschuhe. Sie sind zwar nicht mehr die neuesten, aber sie passen zu dem legeren Outfit von heute. Außerdem habe ich es nicht nötig mit Klamotten zu prahlen. So, noch einen Blick in den Spiegel… ah sieht gut aus!

Heute ist er schon irgendwie seltsam. Und ich verstehe ja überhaupt nicht, warum er sich dieses lächerliche Shirt angezogen hat und mit den Schuhen würde ich auch nicht mehr aus dem Haus gehen. Schon gar nicht im Winter. Aber ich sage mal lieber nichts, sonst fragt er mich wieder, ob ich meine Tage habe und deswegen so zickig bin.

Mein Erscheinungsbild trägt schon erste Früchte. So genau hat sie mich schon länger nicht mehr angeschaut und wenn ich mich nicht täusche, war da etwas Lüsterndes in ihrem Blick. Wenn ich wieder zurück komme und den hilflosen Idioten im Büro ihren Weg gezeigt habe, wird sie mir sicher gleich die Klamotten vom Leib reißen.

Ganz verstehe ich ja nicht, warum er in seinem Urlaub in die Firma fährt. Aber er hat gemeint, es wäre unabdingbar. Ich hoffe nur, er zieht dort seine Jacke nicht aus und macht sich mit dem Shirt total lächerlich. Ich muss dieses schreckliche Teil unbedingt wegwerfen, wenn er es zur Schmutzwäsche wirft.

Jetzt bin ich erst so kurz in der Firma und bin schon so wichtig geworden. Ich muss aufpassen. Ich denke, da sind einige neidisch. Aber auf der anderen Seite kann mir ohnehin niemand das Wasser reichen. Ich habe in kurzer Zeit geschafft, was die in vielen Jahren nicht auf die Reihe gebracht haben. Außerdem bin ich jung und dynamisch.

Na schau Dir mal den Typen da drüben im protzigen Auto an. Das muss er auch von seinem Papili bekommen haben, weil der sieht mir nicht so aus, dass er sich das sonst leisten könnte. Oh nein, jetzt schaut er auch noch zu mir rüber und… nein, sag nicht, jetzt lächelt er mich auch noch selbstgefällig an. Der soll mal lieber fahren, auf seiner Spur ist schon längst grün.

Was hupt mich denn das Arschloch da hinten an? Hat er Angst, dass er sonst mit seiner Schrottkarre nicht rechtzeitig ankommt? Der soll mal lieber chillig bleiben, so wie ich. Ich hab auch viel um die Ohren, aber hey, abends ein paar Bierchen und dann geht das schon. Ich verstehe ja überhaupt nicht, warum man mit den Burschen im Büro nicht mal auf ein paar Bierchen gehen kann. Die scheißen sich an, nur weil sie dann mit dem Auto fahren müssten. Warmduscher!

Wer ist denn da jetzt vorbeigelaufen. Oh, er kommt zurück. Oh, er ist es. Was hat denn er bitte an? Hat er vergessen sein Pyjamaoberteil auzuziehen? Wie nett, er ignoriert mich. Aber ist es besser. Na der lässt heute ja den Obercoolen raushängen. Cool sind wohl auch seine Schuhe, diese abgetretenen kaputten Latschen. Mit denen würde ich nicht mal mehr daheim ums Haus gehen. Ich verstehe ja nicht, warum er überhaupt hier ist. Es war ausgemacht, dass es nicht nötig ist. Aber sich wichtig machen ist ja ein neuer Nationalsport.

Der Auftritt ist mir gelungen. Zuerst wollte ich sie ja nicht ignorieren, aber irgendwie erscheint mir das jetzt passender. Mein legeres Outfit ist ihr auch aufgefallen. Naja, ich bin halt ein geiler Hengst, das hat selbst sie bemerkt, aber die ist nichts für mich, viel zu anstrengend die Frau.

Was um alles in der Welt hat denn er an? Damit würde ich mich ja vor meinen Katzen schämen. Aber er hat die zynische Bemerkung, dass er heute im Freizeitlook unterwegs wäre, ignoriert. Oder er hat den Unterton doch bemerkt und ist deswegen jetzt so unausstehlich. Sie hat er ja total ignoriert. Vermutlich aber eh besser so. Was tut er eigentlich da? Kann er uns nicht mal in Ruhe lassen, wenn er Urlaub hat?

Das war ja klar, dass der jammert und dumme Fragen stellt. Und natürlich aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Ist doch alles halb so schlimm. Der soll da einfach irgendwas schreiben, es wird schon nichts passieren und wenn, dann machen wir das schon irgendwie, dass wir nicht dran sind. So, jetzt schau ich mal zu dem anderen Chaoten und zu den Mädels rauf.

Na schau mal einer an, wer da heute vergessen hat seinen Pyjama auszuziehen. Gut, er ignoriert mich. Redet dieser arrogante Hund gerade über mich, obwohl ich ohnehin hier bin? Der wird auch von Tag zu Tag fetter. Sein Hüftspeck ist ausgeprägter als die Kotflügel von einem alten VW Käfer. Aber uns erzählen, er habe vor lauter Stress abgenommen. Dampfplaudern verbrennt wohl doch nicht so viele Kalorien.

Jetzt fährt man extra im Urlaub ins Büro und dann gibt es angeblich nichts zum Unterschreiben. Aber vermutlich meinen sie es nur gut mit mir, sie wissen ja, wieviel ich in den letzten Monten um die Ohren hatte und wollen mich schonen. Nicht mal mehr zum Essen bin ich gekommen. Aber auch nicht schlecht, so passt mir wenigstens das coole Shirt aus dem Gymnasium wieder. Jetzt haben mich die Ladies aber lange genug bewundern dürfen, schauen wir mal, was der andere Projektsklave macht.

Sich über mich immer lustig machen, was ich anhabe und selber daherkommen wie… ach lassen wir das. Hat er mir gerade gesagt, dass ich eh schon fast fertig sein müsste mit der Arbeit und dass das alles eh nicht schwer wäre? Hat der eigentlich eine Ahnung, was er redet? Ist er geistig ganz anwesend? Ich würde ihm ja sagen, wie sehr er mir auf die Eier geht, aber besser nicht. Noch ein paar Monate, dann hab ich es hier überstanden. Sag nicht, er will nächste Woche auch nochmals ins Büro kommen? Der soll in seinem verschissenen Urlaub daheim bleiben.

Nichts können die Burschen alleine. Jetzt muss ich nächste Woche wieder in die Firma fahren.  Unfähiges Pack! Naja, jetzt schauen wir nochmals runter und verabschieden uns für immer und ewig von der Tussi. Leicht hat sie es mir ja nicht gemacht in den letzten Monaten. Hat einfach so getan, als wäre nichts gewesen und hat sich kein einziges Mal dafür entschuldigt, dass ich nun noch mehr Arbeit habe.

So, nun ist es wohl so weit, das Händeschütteln vor der Exekution. Oh… zuerst geht er noch ein wenig auf ihn los und lässt den Macho raushängen. Der ist heute ja wirklich mit dem Kopf voraus aufgestanden. Und das einzige was der abgenommen hat sind die Eier in der Hose, die ihm nun gänzlich fehlen.  Ah, jetzt hat der werte Herr mal Zeit für mich… kann er bitte aufhören meine Hand zu schütteln und mit dem Lügen aufhören? Soll ich mich jetzt noch dafür bedanken, dass er mein Leben ruiniert hat? Geht er jetzt bitte endlich? Ich würde ihm ja so gerne eine in die Fresse hauen.

Bedanken könnte sie sich schon, aber war eh zu erwarten, dass sie das nicht tut. Jetzt werde ich dann noch sagen, dass ich gehen muss, weil ich keine Zeit mehr habe und dann extra betonen, dass ich nächste Woche ein paar Stunden reinschaue, damit ich mich bei dem Projekt mit meinem Wissen einbringen kann. Ich hoffe, das Frauchen hat daheim schon gekocht. Ich habe Hunger.